So erhalten Sie beim Mähen qualitativ hochwertiges Heu

Der Prozess der Heuernte kann herausfordernd sein. Neben der idealen Witterung und dem optimalen Erntezeitpunkt im richtigen Wachstumsstadium, stellt die Aufrechterhaltung der Nährstoffqualität des Ernteguts während des gesamten Ernteprozesses eine zusätzliche Herausforderung dar. Es gibt einige Maßnahmen, die während des Mähens durchgeführt werden können, um die Futterqualität zu optimieren und die Nährstoffe im Erntegut zu erhalten.

Schwadbreite

Die Maximierung der Schwadbreite beim Mähen kann einer der Schlüssel zur Verkürzung der Trocknungszeit sein. In einer Veröffentlichung der University of Wisconsin von Kevin Shinners steht, dass ein Schwad mit einer Breite von 70 % der Schnittbreite die Trocknungszeit um 25 bis 40 % verkürzt, verglichen mit der Ablage in einen schmalen Schwad (45 % der Mähbreite). Diese Praxis verkürzt die Trocknungszeit, da die Oberfläche des Schwads vergrößert wird und ein größerer Teil des Heus dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Dies kann den Einsatz eines Heuwenders überflüssig machen, der möglicherweise mehr Rohasche in das Heu einarbeitet.

Benutzen Sie einen Aufbereiter

Die Aufbereitung des Futters verkürzt nachweislich die Trocknungszeit und bereitet das Grünfutter auf ein schnelleres Pressen vor.  Die Auswahl des richtigen Aufbereiters für die jeweilige Sorte kann der erste Schritt zu einem optimal aufbereiteten Grünfutter sein. Das Ziel der Aufbereitung des Futters besteht darin, den Stängel oder die wachsartige Kutikula freizulegen und den Trocknungsprozess zu beschleunigen, da so die Atmung der Pflanze nach dem Schnitt früher gestoppt wird. 

Ein Zinkenaufbereiter eignet sich gut, um die wachsartige Kutikula von Gräsern aufzubrechen, ohne die Blätter abzureißen und die Futterqualität zu mindern, so dass der Atmungsprozess der Pflanze beschleunigt wird, was die Trockenmasseverluste verringert. Beim Einsatz eines Zinkenaufbereiters für Luzerne sollte die Rotordrehzahl auf etwa 70 % der für Gräser verwendeten Drehzahl gesenkt werden, um die Blätter zu schonen. Die meisten der hochverdaulichen Nährstoffe eines Futters befinden sich in den Blättern. Um die Qualität des Futters zu erhalten, ist es wichtig, dass die Blätter in allen Phasen des Ernteprozesses erhalten bleiben. In einer Studie von Greenlees et al. (2000) wurde bei der Aufbereitung von Luzerne mit einem Zinkenaufbereiter ein Blattverlust von 6,3 % gegenüber nur 4,7 % bei Verwendung eines Rollenaufbereiters festgestellt.

Rollenaufbereiter quetschen den Stängel des Ernteguts, beschleunigen den Stoffwechsel und verkürzen den Trocknungsprozess, sodass das Erntegut schneller heilt und die verfügbare Futterqualität erhalten bleibt. Der Stängel trocknet am langsamsten. Durch das Quetschen wird der Trocknungsprozess beschleunigt und die Zeit bis zum Pressen verkürzt. 

Unabhängig von der Art des verwendeten Aufbereiters entscheidet die richtige Einstellung darüber, wie gut eine Pflanze aufbereitet wird.

Reduzieren Sie den Rohaschegehalt

Der Begriff Rohasche bezeichnet die anorganischen Bestandteil einer Pflanze. Bei Futterpflanzen stammt die Rohasche aus zwei Quellen: internen (Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor) und externen (Schmutz, Staub usw.). Der durchschnittliche interne Rohaschegehalt von Luzerne liegt bei etwa 8 % und von Gräsern bei etwa 6 %. 

Der absolute Rohaschegehalt wird mittels einer Futteranalyse ermittelt, so dass die Erzeuger den Rohaschegehalt ihres Futters im Auge behalten können und wissen, wie sich ihr Erntemanagement auf den Rohascheanteil auswirkt. Die internen Rohascheanteile sind für das Wachstum des Grünlands und für den Mineralstoffgehalt der Futterration von Vorteil, die sonstigen Rohaschegehalte, die über die internen Mengen hinausgehen, beeinträchtigen die Verdaulichkeit des Grünfutters. Der Rohaschegehalt in einer Probe kann zwischen 5 und 20 % liegen, so dass es in der Regel eine große Spanne gibt, die jedoch meist zwischen 9 und 11 % liegt.

Die Rohasche steht im direkten, gegenläufigen Verhältnis zum Energiegehalt des Futters. Eine Erhöhung des Rohaschegehalts um 1 % bedeutet einen Rückgang der verdaulichen Gesamtnährstoffmenge (TDN) um 1 %. Dadurch verringert sich die Verdaulichkeit des Futters, was wiederum die Leistung der Tiere mindert. Je niedriger die Gesamtmnährstoffmenge, desto niedriger die Netto-Laktationsenergie (NEL) oder die Netto-Wachstumsenergie (NEG) eines Futters, was die Laktations- und Wachstumsleistung des Milchviehs verringert. 

Wählen Sie eine ausreichende Schnitthöhe

Das Anheben des  Mähwerks reduziert nicht nur den Rohaschegehalt, sondern verbessert auch die Futterqualität. Obwohl das Anheben des Mähbalkens insgesamt zu einer geringeren Erntemenge führt, wird dies durch eine bessere Futterqualität, eine längere Nutzungsdauer des Bestands und einen geringeren Rohaschegehalt ausgeglichen. Eine Gras-Leguminosen-Mischung sollte höher geschnitten werden als ein reiner Luzernebestand, um das Graswachstum zu fördern. Eine Schnitthöhe von 7,5 bis 10 cm ist in der Regel ideal, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag und Qualität zu erreichen. Bedenken Sie, dass eine größere Schnitthöhe eine bessere Belüftung und ein schnelleres Abtrocknen des Bodens und des Schwads ermöglicht, was die Atmung verhindert und die Trockenmasseverluste verringert.

Tageszeit zum Mähen

Wenn man später am Tag mäht, nachdem die Pflanze den ganzen Tag über Photosynthese betrieben hat, kann der Zuckergehalt im Futter höher sein als beim Mähen am Morgen in Gegenden mit aridem Klima. In Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit trocknet das Futter langsamer ab, und nach dem Mähen wird die Atmung fortgesetzt, bis die Pflanze ausgetrocknet ist und den gesamten "zusätzlichen" Zucker, der sich während der Photosynthese angesammelt hat, verbrennt. In trockenen Klimazonen hingegen trocknet das Futter viel schneller aus und die Atmung hört schneller auf. Es hat sich gezeigt, dass Heu, das in diesen trockenen Umgebungen spät am Tag geschnitten wird, einen erhöhten Zuckergehalt aufweist.

Verwenden Sie scharfe Messer

Wenn Sie sicherstellen, dass die Messer Ihres Mähwerks scharf sind und einen sauberen Schnitt hinterlassen, dann sorgt das dafür, dass das gesamte Futter auf dem Feld gemäht wird und Sie keine wertvolle Trockenmasse auf dem Feld zurücklassen. Scharfe Messer tragen auch dazu bei, dass das Grünfutter schnell nachwächst. Eine Anleitung zur Wartung der Messer finden Sie in der Betriebsanleitung. Stellen Sie sicher, dass Ihr Mähwerk zu Beginn jeder Saison mit neuen, scharfen Messern einsatzbereit ist.

Massey Ferguson unterstützt Sie bei der Umsetzung der besten Strategie für die Mahd: Die Optimierung der Futterqualität und die Erhaltung der Nährstoffe des stehenden Bestandes. Die meisten unserer Mähwerke der DM-Baureihen sind mit dem globalen Heavy Duty-Mähbalken ausgestattet, der einen sauberen, gleichmäßigen Schnitt mit minimalem Rohascheeintrag gewährleistet. Unsere Mähwerke werden mit Aufbereitern Ihrer Wahl geliefert: Gummirollen oder Zinken, um Ihre spezifischen Betriebsanforderungen zu erfüllen. Weitere Informationen finden Sie hier.  

Der Lebenslauf der Agrarwissenschaftlerin

Dr. Jessica Williamson ist die Grünlandexpertin von AGCO. Jessicas Fachwissen liegt in den Bereichen Futterqualität, -management und -produktion sowie in der Ernährung von Wiederkäuern und der Wechselwirkung zwischen Pflanze und Tier. Jessica ist verantwortlich für die Entwicklung und Durchführung von Feldversuchen zur Heu- und Silagequalität, für Schulungen von AGCO-Mitarbeitern und Kunden in den Bereichen Futtermanagement, Produktion und Tierernährung sowie die Zusammenarbeit mit dem Green Harvest-Team bei laufenden Futterprojekten.

Jessica hat einen Bachelor of Science in Tierwissenschaften von der Morehead State University (Morehead, Ky.), einen Master of Science in Tierwissenschaften (Wiederkäuerernährung) von der University of Arkansas (Fayetteville, Ark.) und einen Doktortitel in Pflanzen- und Bodenkunde (Futtermittel-Agronomie) von der University of Kentucky (Lexington, Ky.). Jessica stammt ursprünglich aus einem Rinderzuchtbetrieb im westlichen Maryland.

Quelle: MASSEY FERGUSON

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